Die (Promille-)Zahlen sprechen eine klare Sprache: 68 Prozent der Befragten plädieren für strengere Alkoholgrenzen im motorisierten Straßenverkehr. Während knapp die Hälfte sogar ein absolutes Alkoholverbot fordert, sprechen sich fast ein Viertel für eine Obergrenze von 0,3 Promille aus. Mit dem aktuellen Grenzwert (0,5 Promille) erklären sich nur 28 Prozent der Befragten einverstanden. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für die Alkoholgrenze auf dem E-Scooter.
Nur Radler für Radler?
Die Umfrage ergibt jedoch auch: Bei Radfahrern zeigen sich viele Befragte deutlich großzügiger. So plädieren insgesamt 15 Prozent für eine Obergrenze von 1,1 Promille oder mehr aus. Doch Obacht: Ab einem Wert von 0,3 Promille kann bereits eine relative Fahruntüchtigkeit vorliegen. Wer also auffällig fährt – und beispielsweise durch verspätete Reaktionen einen Unfall verursacht –, macht sich womöglich trotz überschaubaren Konsums strafbar.
Ab 1,6 Promille gelten Rauschfahrer auf dem Rad als absolut fahruntüchtig. Rechtlich zählt das bereits als Straftat. Und die Folgen haben es in sich: hohe Geldstrafen, zwei Punkte in Flensburg und eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Ironie des Schicksals: Rauschfahrten mit dem Fahrrad können dazu führen, dass Alkoholsünder ihren Führerschein abgeben und somit wieder auf ihr Rad umsatteln müssen.
Maßlose Selbstüberschätzung
Trotz der klaren Umfrageergebnisse gaben viele der Befragten an, mindestens einmal vor Fahrtantritt getrunken zu haben – oftmals allerdings nur ein Bier oder ein Glas Wein. Deutlich höher fallen die Umfrageergebnisse bei Radfahrten im beschwipsten Zustand aus.
Besonders auffällig ist die Geschlechterverteilung: Ob Auto, E-Scooter oder Fahrrad – Männer riskieren häufiger als Frauen, alkoholisiert unterwegs zu sein und die eigene Fahrtüchtigkeit zu überschätzen.



